Samstag, 27. Februar 2010

26.02.2010 - DAY 42

Ein ereignisreicher Tag – ohne Zweifel. Den gesamten tag über fühlte ich mich nicht 100% fit, weshalb mein Besuch im Hallenbad auch nur vergleichsweise kurz ausfiel. Danach machte ich mich auf in das Stadtzentrum um dort eine Maske für die heutige Party in einem der Studentenheime zu besorgen. Die Auswahl war mehr als dürftig [vor allem für Männer], sodass ich mich für eine rein weiße Schmetterlings Maske aus Pappe entschied, die ich dann zu Hause selbst gestalten konnte.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich auf so ziemlich alle Superhelden Verfilmungen stehe und den wird es deshalb auch nicht wundern, dass ich heute “Percy Jackson and the Olympians: The Lightning Thief” ins Kino ging. Leider hatte ich mir wie so oft mehr erwartet und so wurden großartige antike Mythen in kitschige Hollywood Teenie Märchen verwandelt. Der Lichtstreifen am Horizont ist jedoch der Fakt, dass der Film auf einem Buch von Rick Riordan basiert, und vielleicht kann ja die Originalfassung meine Meinung über die Geschichte ändern. Denn trotz Filmgrößen wie Uma Thurman als Medusa, Pierce Brosnan und Sean Bean als Zeus ist der Film leider nicht wirklich sehenswert [außer man genießt auch mal einen Film nicht wegen- aber über den man lachen kann].
Bild 01: Percy Jackson and the Olympians: The Lightning Thief. Einmal und nie wieder...

Die Pre-Party war dann nicht so berauschend. Ich merke immer mehr, dass ich wirklich abhängig von guter Musik bin. Wenn diese nicht Vorhand ist – bin ich mit meinen Gedanken auch abwesend. Danach gingen Clover, Constance und ich in einen Club zu tanzen und fühlten uns sehr alt zwischen all den Teenagern…

25.02.2010 - DAY 41

Immer mehr bekomme ich das Gefühl, dass man mit Flash wirklich coole Sachen machen kann – wenn man es beherrscht. Davon bin ich freilich noch weit entfernt aber naja, nach diesem Kurs sicher einen Schritt näher.
Bild 01: Meine liebe Mahgol...




Am Abend genoss ich wieder die Zeit mit meiner „Väsetras Scribbling Society“. Das sind talentierte, aber vor allem engagierte Hobby-Zeichner die sich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen treffen um einfach zu zeichnen und manchmal noch ein gemeinsames Thema zu verfolgen.
Bild 02: Constance, die sich die ehre gibt und mir blaue Flammen auf den Unterarm malt.

Heute war dieses: „Join the Dots“ was bei uns das Punkte-verbinden-Spiel ist. So hatte jeder die Aufgabe, wenigstens einen Punkt am Gemeinschaftsplakat zu Zeichen und am Ende genau so viele Linien zu setzten.
Bild 03: Ich muss ehrlich sagen, dass ich diese Schwalbe von Clover sehr mag... Könnte mir aber trotzdem nicht vorstellen je ein echtes tatoo machen zu lassen.

Es ist wirklich unglaublich wie talentiert manche der Anwesenden sind. Und dieses Talent zeiht sich um sosehr, als dass sie keine Ausbildung in die Richtung genossen haben und dennoch, oder gerade deshalb ihr Gespür für Formen und Strichführung beneidenswert ist.
Bild 04: Zeigt mir eure Arme...

Zur Inspiration finden sich hier mehrere Bücher zu verschiedenen Themen – unter anderem auch eines zu Tatoo-Motiven. Ich kann nicht mehr genau konstruieren wie es begonnen hat, aber irgendwann im laufe des Abends begannen wir uns gegenseitig zu bemalen. Die Ergebnisse lassen sich sehen und sind meiner Meinung nach umso schöner weil sie [Gott sei Dank] vergänglich sind.
Bild 05: Am Heimweg hat es extrem viel und stark geschneit. Zudem wurden mein treues Rad und ich noch mit heftigen Böhen konfrontiert, sodass sich da nach Hause fahren als echte "suicidal mission" entpuppte.

24.02.2010 - DAY 40

Ich muss wirklich sagen, dass der Unterricht besser geworden ist. Ich meine er war wahrscheinlich nie schlecht, aber wenn man nur sehr wenig versteht, dann fällt es mir jedenfalls schwer ihm zu folgen. Doch er wurde besser – und das bedeutet in diesem Fall englischer. Zum Glück, sollte ich ja eigentlich die Grundelemente von Flash beherrschen und damit den meisten anderen wenigstens theoretisch voraus sein.

Meine Urlaubswoche hielt an und so beschloss ich wieder, am Nachmittag nichts für die Uni zu machen – bevor ich dann am Abend abermals in den Gemeinschaftsraum beordert wurde um den zweiten Geburtstag der Woche zu feiern.

Dienstag, 23. Februar 2010

23.02.2010 - DAY 39

Meinen freien Tag nutze ich gleich mal um einen Ausflug nach Uppsala zu machen. Uppsala ist wenn ich mich jetzt nicht ganz täusche, die drittgrößte Stadt Schwedens und eines Geistlichen und auch Kulturellen Zentren. Vor allem aber ist es eine Universitätsstadt mit einer der ältesten Universitäten in Skandinavien und auch im gesamten Europa. So viel zu meinem Vorwissen zu der Stadt.

Der Tag begann alles andere als positiv. In den schwedischen Morgennachrichten, verstand ich gerade so viel, dass die meisten Zugverbindungen wegen der gestrigen Schneestürme und denen des Wochenendes lahmgelegt sind. Vom Internet konnte ich keine hilfreiche Info auf Englisch bekommen, sodass ich mich dafür entschied, einfach mal zum Bahnhof zu fahren um zu „schaun was geht“.

Gesagt – getan. Der Bahnhof glich heute eine Hexenkessel, berstend voll mit zu vielen Leuten für den begrenzten Raum, die anscheinend alle dasselbe Problem hatten – Kein Zug – [um die Worte Gandalfs zu verwenden:] – „Du kommst nicht vorbei“. Oder hindurch in diesem Fall. Zwei Bahnbedienstete waren jedoch so freundlich und wiesen mich gleich daraufhin, dass ich doch mal versuchen sollte noch eine Karte für den Bus nach Uppsala zu bekommen. Hier startete meine Glückssträhne des gesamten Tages.

Ja sicher gab es noch eine. Der Bus sollte um 32 abfahren [das verstand ich jedenfalls] und nur einem Gefühl hatte ich es zu verdanken doch schon früher hinaus in die Kälte zu gehen, um dann gerade in den Bus einzusteigen, als der um 22 losfuhr.

Die [sehr angenehme] Busfahrt nütze ich um meinen Tag zu Planen. Wie immer dabei: mein „The Rough Guide to Sweden“ Reiseführer. Und heute lies ich mich blind von ihm leiten; beschloss alles so zu machen wie er es vorschlug. Eine sehr weiße Entscheidung, wie sich später herausstellte.
Bild 01: Stora Torget im Zentrum der Stadt.

Am [Bus]Bahnhof angekommen, begutachtet ich gleich einmal die mir beschrieben Skulptur von Bror Hjorth, einem berühmten Künstler und Sohn der Stadt. Sie zeigte neben anderen Figuren vor allem die eines Mannes extrem hervorgehobener und stark übertriebener Männlichkeit. Ich weiß nicht genau was ich davon halten soll. In vergangenen Epochen zeigten Städte ihre Macht [Potenz] auf subtilere Weiße - mit hohen Türmen oder breiten Maueren. Es könnte manche Leute vielleicht etwas falsch verstehen, wenn sie den Bus oder Zug verlassen und gleich mit dieser Zurschaustellung von Manneskraft konfrontiert werden. Mir machte es natürlich nichts aus – denn ich bin offen für die Kunst und begrüße Uppsalas Weltoffenheit und Zeitgeist.
Bild 02: Die Statue von Bror Hjorth.

Mein vorgezeichneter Weg führte mich sogleich zum neuen Konzerthaus der Stadt, das an sich schon eine atemberaubende Architektur bietet und dies noch mit dem fantastischen Blick übertrumpft, den man von seinem höchsten Stockwerk aus über die Stadt hat. Ich hatte sehr viel Spaß beim fotografieren und meine Kamera kam nie zur Ruhe.

Bild 03: Das Konzert Huset.

Durch die Hauptstraßen schlängelte ich mich dann langsam bis zu dem Bauwerk, das die Stadt wahrscheinlich am berühmtesten macht – der Domkyrkan. Der Dom ist ein unglaublich beeindruckender red-brick des gotischen Stils und sollte eigentlich die größte Kirche Skandinaviens werden. Übertrumpft wurde sie dann nur von einer Nordischen, weil das Baumaterial ausging.
Bild 04: Impressionen aus des Strassen und Gassen von Uppsala.

Nichtsdestotrotz war der Anblick einfach großartig. Dieser rote Stein der sich unglaublich hoch in den blauen [ja blauen] Himmel streckt… dazu muss nich nämlich sagen, dass es in der früh nicht nach einem guten Touristenwetter ausgesehen hatte. Es schneite in dicken Flocken in Väsetras wie auch in Uppsala, doch mit meinem ersten näheren Blick auf die Kirche, fand auch die letzte Flocke ihren Weg zum Boden.
Bild 05: Die Domkyrkan von Außen.

Das Innere der Kirche sollte sich jedoch als noch atemberaubender erweisen. Zusätzlich zu der ohnehin aufregenden gotischen Architektur, gesellten sich unzählbar viele Wandmalereien und wunderschöne Buntglasfenster. Immer wenn ich eine gotische Kathedrale betrete, muss ich am Horsts Worte im Kunstgeschichte Unterricht denken, mit denen er die gotische Kirche als himmlischen Kristallpalast beschrieben hatte. Die Domkrykan macht diesem Label wirklich alle Ehre und ich muss aufpassen nicht in Schwärmereien zu enden. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hätte noch Stunden in dieser Kirche verbringen können und am liebsten jede Wand einzeln abfotografiert.
Bild 06: Das Innere des Doms.

Gleich nach der Kirche führte mich mein Weg zum Gustavianum. Einem Museum der Stadt, dass neben einer kleinen aber feinen griechischen, und ägyptischen Sammlung [habe eine echte Mumie gesehen – ohne Bandagen], einer Ausstellung über die Wikinger und einer großen wissenschaftlichen Erlebniswelt, auch ein so genanntes „Anatomisches Theater“ beherbergt. Dieses sieht etwa so aus wie ein sehr kleiner und steiler Hörsaal, in dessen Zentrum früher einmal anatomische Untersuchungen stattfanden. Wissenschaft spielt hier eine große Rolle. Kein anderer als Anders Celsius hat hier in dieser Stadt, an der Universität das erste Thermometer gebaut.
Bild 07: Das Gustavianum.

Die Universität konnte ich leider nur von Außen begutachten, doch der eher kleine Bau bestach auch mit seiner wunderbaren Architektur.
Bild 08: Das alte Universitätsgebäude von Außen.

Sogar zum Lunch ließ ich mich von meinem Reiseführer führen, und wieder wurde ich nicht enttäuscht. Im „Eco Caféet“ genoss ich ein großartiges Menü mit rein ökologischen Zutaten und einem außerordentlich gutem Salatbuffet. Neben Studenten fanden sich Leute aus so ziemlich alle Altersgruppen im Lokal. Das mag ich so sehr an den Schweden, sie sind für alles offen.
Bild 09: Mein großartiges Mahl.

Nach dieser Energie bringenden Pause machte ich mich auf den Weg zur Carolina Redivia, der Universitätsbibliothek. Er sah den anderen Studenten beim Lernen im großen Lesesaal zu [Harry Potter lässt grüßen] nur um dann in der „Alte Manuskripte“ Ausstellung Mozarts Skizzen für seine „Zauberflöte“ zu finden. Auch wenn es mich freute, ein Stück „Heimat“ hier in der Fremde zu finden, konnte ich diesen „Diebstahl“ nicht ungeschehen lassen. Ich ließ die Finger dann aber doch vom „zurückstehelen“, weil es mir hier in Schweden einfach zu gut gefällt und ich nicht nach Österreich abgeschoben werden wollte. Nach Österreich abgeschoben… Traurige Ironie…

Die wunderbarsten Wetterminuten verbrachte ich beim Schloss, das von seinem Hügel über die ganze Stadt Wache hält. Leider sind etwa zwei Drittel des Schlosses in einem Feuer im Jahre 1702 abgebrannt, sodass die Überbleibsel nur ein lausiger Abklatsch seiner einstigen Bracht darstellen. Dessen ungeachtet hatte ich einen wunderbaren Blick auf die Domkyrkan und auf die restliche Stadt, und das bei einem Himmelblau das nur so klare, kalte Schwedentage wie dieser zu bieten haben.
Bild 10: Ein Turm des Schlosses und die wunderbare Aussicht.

Die letzte Stunde verbrachte ich mit Fika in einem entzückenden Café und ließ die Eindrücke des heutigen Tages bei einer heißen Schokolade [die nicht schon schlechten Eltern war] Revue passieren.
Bild 11: Mein kleines, feines Fika-Haus.

Am Busbahnhof angelangt, endete meine Glückssträhne. Zwei Meter neben mir wurde eine Frau vom Bus erfasst und lag am Boden. Geistesgegenwärtig, rief ich die Rettung, doch ich schaltete das Telefon aus, weil eine Frau das gleiche machte und sie wahrscheinlich besser Auskunft auf Schwedisch geben konnte. In wenigen Augenblicken hatte sich eine Scharr von Schaulustigen angesammelt und ich konnte gerade noch feststellen, dass die Frau am Leben war, bevor ich schon zum Bus laufen musste [natürlich hatte ich vorher sichergestellt, das wie gesagt, die Rettung alarmiert wurde, und auch der Busfahrer war bei der Frau und usw. Ich glaube es ist ihr nichts all zu schlimmes passiert, sie wurde mehr oder weniger nur gestreift – aber trotzdem…]. Es ist unglaublich wie schnell so etwas passieren kann. Man muss nur einen Augenblick unaufmerksam sein. Ich möchte gar nicht daran denken, was gewesen wäre wenn ich zwei Meter wo anders gestanden hätte…

So endete mein ansonsten sehr angenehmer und schöner Tag in Uppsala mit einer dunklen Wolke übern Horizont. Ich hoffe der Frau geht es gut – sie bekam sicherlich die Hilfe die sie brauchte so schnell es ging.
Bild 12: So werde ich Uppsala in Erinnerung behalten - blauer Himmel und roter Stein.

22.02.2010 - DAY 38

Erster Tag des neuen Kurses „Informative Animation“. Große Erwartungen, die leider nicht wirklich erfüllt wurden. Das erste Manko des Tages, war mal der Fakt, dass unser Professor mehr oder weniger nur auf Schwedisch vorgetragen hatte. Zudem hatte er seine englische Übersetzung „vergessen“ weil er nämlich, wie er sagt, kurzfristig auf Lucas und mich vergessen hat…

Alles kein vielversprechender Beginn für einen fünfwöchigen Kurs, aber mal abwarten. Das Finale Projekt wird so aussehen, dass wir eine Flash-Animation gestalten sollen, die in einer Minute gewisse Informationen [möglichst ohne Text] über ein Thema gibt. Diese Themen zogen wir sprichwörtlich aus dem Hut und ich muss sagen, ich hätte es schlechter treffen können. Malin muss z.B.: GPS erklären, während ich mich um das Phänomen „Tornado“ kümmern muss. Inhaltlich für mich jedenfalls sehr ansprechend – was nicht bedeuten soll, dass es ein Katzensprung wird.

Ja, anscheinend haben so mache an uns nicht gedacht, so sind wir auch nicht beim E-Learning Programm dabei [noch nicht] und haben keinen Zugriff auf die [ohnehin schwedischen Tutorials]…

Zwischen diesem und dem nächsten Kurs habe ich in der Universitätsbibliothek Bücher gewälzt und leider keines gefunden, dass mir den Tornado, oder überhaupt Wetter etwas näher bringen könnte. So muss nun mal guter Freund Google herhalten.

Schwedisch war wie immer sehr amüsant. Ich muss sagen, mir macht das echt Spaß. Wie in Französisch, bin ich bis jetzt i schwedisch auch besser im schreiben – weil ich da einfach mehr Zeit zum Nachdenken habe usw. Aber die Sprache ist so ein interessantes Kauderwelsch aus Deutsch, Englisch und wie ich finde Französisch… Alles Sprachen die ich wenigstens ein wenig beherrsche.

Am Heimweg mit dem rad musste ich zwischendurch ernsthaft stehenbleiben und meine Finger aufwärmen, weil ich wirklich Angst hatte, sie könnten mir erfrieren. Als ich dann nach Hause kam und eben diese wieder an Wärme gewannen, wollte ich sie kurz einmal abhacken, sosehr scherzte dieser Prozess.

Für meine lieben Kollegen zu Hause, beginnt heute in einer Woche das neue Semester. Ich bin in Gedanken bei euch und wünsche euch ein großartiges Sommersemester! Strengt euch an ;)

21.02.2010 - DAY 37

Den Tag hab ich mit nicht wirklich viel produktiver Arbeit verbracht. Ich konnte die freie Zeit jedoch wenigstens nutzen um mit Freunden von zu Hause nach längerer zeit wieder in Kontakt zu treten.

Samstag, 20. Februar 2010

20.02.2010 - DAY 36

Aus meinem Plan nach Uppsala zu fahren wurde leider nichts – zu groß war die Menge an Schlaf die ich nach zu holen hatte. So wachte ich um 11:00 Vormittags nach langem wider mal wirklich ausgeschlafen auf.

Den Tag verbrachte ich gemütlich mit dem nachholen von Dingen die unter der Woche liegen geblieben waren, bevor ich abends ins Kino ging. „It’s Complicated“ stellte sich genau als das heraus, was ich mir vorgestellt und gewünscht hatte. Eine nette und Komödie mit vielen Lachern und einer beeindruckenden Meryl Streep.
Bild 01: Deutsches Kinoplakat von "It's Complicated".